Die oberste Laien-Vertreterin im Bistum Münster, Margret Pernhorst, hat die Wolbecker zu einer kritischen Kooperation im Fusionsprozess aufgerufen. Oft wünsche sie sich, dass die Bistumsleitung bei Fusionen mehr mit den Laien über Gestaltungsmöglichkeiten diskutiere, aber sie sehe auch eindeutige Chancen zur verantwortlichen Mitbestimmung für Ehrenamtliche. „Auch die Bistumsleitung weiß, dass bei jeder Fusion eine Zelle der Glaubensidentität vor Ort bestehen bleiben muss“, sagte die Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster am Mittwochabend im Pfarrheim von St. Nikolaus. Langfristig führe kein Weg dran vorbei, dass auch in fusionierten Gemeinden vor Ort engagierte Christen präsent seien für die Sorgen und Nöte der Menschen. Sie ermutigte die Wolbecker, frühzeitig zu prüfen, welche Angebote vor Ort zu halten seien und diese dann selbstbewusst weiter zu tragen.
Um Frust zu vermeiden, bedürfe es bei der Fusion aber einer gehörigen Portion Realismus, was von Laien gestaltet werden könne und was nicht. An vielen Stellen sei Kirche nun mal hierarchisch verfasst. So müsse jede Diskussion über den künftigen Namen der Pfarrei berücksichtigen, dass sich der Bischof vorbehalte, am Ende über den Namen selbst zu bestimmen. „Wenn man im Wissen darum berät, kann viel böses Blut erspart werden“, so Pernhorst. Um gegenüber dem Bistum seine Vorstellungen durchzusetzen gelte das Motto „Dialog statt Dialogverweigerung.“
Die Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände müssten diesen Prozess mit einer erhöhten Transparenz angehen. Die Arbeit der gewählten Organe demokratischer Mitgestaltung bedürfe einer größtmöglichen Öffentlichkeit. Zu jeder Sitzung des Pfarrgemeinderates müsse ausdrücklich als öffentliche Veranstaltung eingeladen werden, „als Teil gelebter Pfarr-Demokratie“, sagte Pernhorst. Über die Ausgaben der Pfarrei müsse absolute Nachvollziehbarkeit bestehen. Auch könne eine jährliche Pfarrversammlung, an der die Gliederungen der größeren Pfarrei beteiligt sei, dabei helfen, Rechenschaft über die Arbeit der Laiengremien in der Gemeinde zu geben.
Im Sommer hatte der damalige Weihbischof Franz-Josef Overbeck den vier Gemeinden St. Nikolaus Wolbeck, St. Agatha und St. Bernhard Angelmodde und St. Ida Gremmendorf die Fusion zu einer gemeinsamen Pfarreistruktur bis zum Jahr 2012 angetragen.